Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV)

 Bereits Charles Darwin erkannte, dass die Überlebensfähigkeit und Gesundheit hochentwickelter, biologischer Organismen von ihrer Anpassungsfähigkeit (Variabilität) abhängt. Nicht der stärkste oder intelligenteste überlebt, sondern derjenige dessen Körper sich den Veränderungen am besten anpassen kann. (1)

Eine Schlüsselrolle spielt hierbei das Vegetative Nervensystem (VNS).

Die Variabilität und Anpassungsfähigkeit des vegetativen Nervensystems kann man mittels Herzfrequenzvariabilität (HRV) und VNS-Analyse quantitativ und qualitativ messen.

Die Messung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist ein kardiologisches Messverfahren zu dem mittlerweile über 15000 internationale Fachartikel publiziert wurden.

Die Herzfrequenzvariabilität (HRV) ist eine mathematische Analyse der Schlag-zu-Schlag-Variabilität normaler Herzschläge bzw. der R-R-Abstände im EKG. Ein variabler Herzschlag ist hierbei ein wesentliches Zeichen von Gesundheit. (1)

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„Wenn der Herzschlag so regelmäßig wie das Klopfen des Spechts oder das Tröpfeln des Regens auf dem Dach wird, wird der Patient innerhalb von 4 Tagen sterben.“ erkannte schon der chinesische Arzt Wang Shu He (265-316 n.Chr.)

Die Variabilität der Herzfrequenz wird vom Vegetativen Nervensystem über den Sympathikus und Parasympathikus gesteuert.

Der Sympathikus ist dabei im System derjenige, der das System bei Bedarf antreibt („Gas geben“) und der Parasympathikus derjenige, der es dann wieder bremst („auf die Bremse treten“). Dieser Wechsel zwischen „Gas geben“ und „ auf die Bremse treten“ ist ganz entscheidend für unsere Anpassungsfähigkeit und Variabilität.

Heute besteht bei fast allen Patienten ein deutliches Ungleichgewicht: der Sympathikus ist überaktiv und die Funktion des Parasympathikus deutlich beeinträchtigt. Je besser aber die Funktion des Parasympathikus, umso besser ist die Variabilität.

In unserer Praxis messen wir die Herzfrequenzvariabilität (HRV) indem wir mit einem hochauflösenden EKG über einen Brustgurt 520 Herzschläge (RR-Intervalle) aufzeichnen (Dauer 5-10 Minuten). Die Auswertung erfolgt sofort über ein standardisiertes mathematisches Messverfahren. (2)

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Neben der Diagnostik kann diese Messung auch vor und nach eine notwendigen Therapie erfolgen. Hiermit haben wir also ein objektives Messverfahren ob eine Therapie oder Medikation tatsächlich erfolgreich war.

Die HRV-Messung ist deshalb ideal für:

-          Prävention

-          Burnout-Prophylaxe

-          Risikodiagnostik

-          Therapiekontrolle

-          Bestätigungsdiagnostik

-          Stressbelastungsdiagnostik

Die HRV-Messung wird nach der GOÄ abgerechnet und die Kosten betragen € 59,66.

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Literaturverzeichnis:

(1)S. Bortfeldt: Die Bedeutung der Herzfrequenzvariabilität (HRV) und des vegetativen Nervensystems in der Regulationsmedizin; Die Naturheilkunde: 4/2014

(2) Task Force of the European Society of Cardiology and the American Society of Pacing and Electrophysiology. Circulation 1996: 93: 1043-1065

(3) J.F. Thayer et al: A meta-analysis of heart rate variability and neuroimaging studies: Implications for heart rate variability as a marker of stress and health: Neuroscience and Biobehavioral Reviews 36 (2012): 747-756

(4) M.J. Lahiri et al.: Assessment of Autonomic Function in Cardiovascular Disease : Journal of the American College of Cardiology 2008 : 51 : 1727-1733