Neuraltherapie nach Huneke

Neuraltherapie


Wir sind Dozenten und Kursleiter der Internationalen medizinischen Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e.V. (IGNH) auf nationalen und international Kongressen.
Die Neuraltherapie nach Huneke ist eine Injektionsbehandlung, welche Lokalanästhetika zur Diagnostik und Therapie einsetzt.

Die Neuraltherapie wird sowohl im schulmedizinischen Kontext als therapeutische Lokalanästhesie oder Infiltrationstherapie angewandt, als auch als alternativmedizinisches Verfahren in der Neuraltherapie nach Huneke.

Die Neuraltherapie nach Huneke besitzt in therapieresistenten Fällen diagnostisch und therapeutisch weitere Möglichkeiten (erweitertes Segment, Störfeld) und hebt sich dadurch von der reinen Infiltrationstherapie ab. Die morphologische Basis für die Wirkung der Neuraltherapie nach Huneke sind das Autonome Nervensystem (Jänig W. The integrative action of the autonomic nervous system. Neurobiology of Homeostasis. Cambridge University Press. 2006) und die komplexe Verschaltung der Hirnnervenkerne im Hirnstammbereich.
Neuraltherapie nach Huneke ist angewandte Neuroanatomie und Neurophysiologie.

Geschichte


Entwickelt wurde die Neuraltherapie maßgeblich durch die Ärzte Ferdinand und Walter Huneke. Im Jahre 1925 injizierte Ferdinand Huneke seiner an chronischer Migräne leidenden Schwester ein procainhaltiges Antirheumatikum (Atofanyl) versehentlich intravenös statt intramuskulär. Die intravenöse Applikation von Lokalanästhetika kann zu schwerwiegenden Komplikationen wie Krampfanfällen und Herzrhythmusstörungen führen. Huneke beobachtete jedoch in diesem Fall eine schlagartige und bleibende Heilwirkung. Beim nächsten Migräneanfall seiner Schwester konnte er dises Therapie-Ergebnis nach intravenöser Injektion von reinem Procain reproduzieren, so dass er gemeinsam mit seinem Bruder Walter die therapeutische Anwendung von Procain weiter erforschte. Über mehrere Jahre entstand durch diese Forschung zunächst die sogenannte Segmenttherapie als Teil der Neuraltherapie. Die als praktische Ärzte tätigen Brüder Ferdinand und Walter Huneke verfeinerten das Therapiekonzept durch gezielte Injektionen an Nerven, Gefäße, Ganglien und Gelenke und entwickelten 1936 die Theorie, dass nervale Strukturen die therapeutischen Wirkstrukturen des Procain sind und nicht die allgemeine Wirkung es Procains im Organismus.

1940 behandelte Ferdinand Huneke eine an Migräne und Gelenkbeschwerden in der linken Schulter leidende Frau im Bereich einer Osteomyelitis-Wunde im rechten Unterschenkel, nachdem er bereits zuvor mehrfach erfolglos die Segmenttherapie durchgeführt hatte. Unmittelbar nach der Injektion in die Osteomyelitis-Wunde war die vorher erfolglos behandelte linke Schulter völlig schmerzfrei. Ferdinand Huneke erkannte den direkten Zusammenhang zwischen der vorgenommenen Intervention am Unterschenkel und dem Ergebnis einer sofortigen schmerzfreien Schulter und bezeichnete diesen Umstand als Sekundenphänomen. Er postulierte die Existenz sogenannter Störfelder; dabei handelt es sich um chronische Entzündungszustände, die Krankheiten an anderen Körperstellen auslösen oder unterhalten. Damit entstand die Störfeldtherapie mit den Grundsätzen, dass jede chron. Erkrankung störfeldbedingt sein kann, jede Erkrankung ein Störfeld hinterlassen kann und störfeldinduzierte Erkrankungen nur durch Ausschaltung des Störfeldes heilbar sind. Dies war ein völlig neues Therapiekonzept und der Arzt von Roques prägte den Begriff "Neuraltherapie nach Huneke". Dieser Begriff umfasst seither drei Ebenen: die lokale Therapie, die Segmenttherapie und die Störfeldtherapie.

Behandlungsformen


lokale Therapie Die diagnostische und therapeutische Arbeit mit Lokalanästhetika im lokalen und segmentalen Bereich sind in der Schulmedizin und Neuraltherapie nach Huneke identisch. Synonyme für Neuraltherapie in diesem Bereich sind therapeutische Lokalanästhesie (TLA) oder Infiltrationstherapie. Es werden Injektionen mit dem Lokalanästhetikum im unmittelbaren Bereich der betroffenen Struktur durchgeführt: loco-dolendi-Therapie. Beispiele sind Facetteninfiltrationen, Injektionen in Gelenke (intraartikuläre Injektionen) oder Gelenkkapseln, Injektionen an Bänder,Sehnenansätze und Muskulatur, Infiltrationen bei Neuralgie etc.
Segmenttherapie In der Neuraltherapie gibt es einen erweiterten Segmentbegriff: der mit Gefässen und peripheren Nerven in die Peripherie ziehende Sympathikus, das weite Versorgungsgebiet der Ganglien und vegetative Afferenzen via Nervus phrenicus und Nervus vagus sprengen die übliche segmentale Gliederung. Bei der Segmenttherapie wird das Lokalanästhetikum in Form von Hautquaddeln im Bereich der entsprechenden Headschen Zonen der inneren Organe, in Triggerpunkte, an Ganglien, an Nervenwurzeln = periradikuläre Therapie und periphere Nerven etc. injiziert. Auch Sakralanästhesien oder Periduralanästhesien werden eingesetzt. Ein weiteres Verfahren ist die Reischauer-Blockade, die bei starken Ischias-Reizungen angewendet wird. Die Sympathikusblockade wird bei Algodystrophien verwendet, um Störungen der lokalen Durchblutung zu behandeln.
Die Wirkung dieser Verfahren wird über das vegetative Nervensystem im betroffenen Segment vermittelt.
Störfeldtherapie Ein Störfeld ist ein chronischer Reizzustand einer bestimmten Struktur des Organismus, der Krankheiten in anderen Bereichen des Körpers auslöst oder unterhält. Dabei gilt:

1. Jede chronische Erkrankung kann störfeldbedingt sein.
2. Jede Stelle des Körpers kann zu einem Störfeld werden.
3. Jede Störfelderkrankung ist nur durch Ausschaltung des Störfeldes heilbar.

Häufige Störfelder sind die Mandeln, die Nasennebenhöhlen, die Zähne, die Schilddrüse, der gynäkologische Bereich und Narben.
- Durch gezielte Befragung und Untersuchung wird versucht, das Störfeld zu finden und durch Injektion eines Lokalanästhetikums die Störwirkung zu unterbrechen. Dabei wird die Fehlengrammierung des Sympathikus beseitigt. Beweisend für das Auffinden des Störfeldes ist das „Sekundenphänomen nach Huneke“: Wenn nach Injektion des Lokalanästhetikums die Beschwerden innerhalb von Sekunden für mindestens 20 Stunden gebessert sind, und dieses Phänomen reproduzierbar ist, ist die Quelle des Störfeldes gefunden.

Indikationen

orthopädische/chirurgische Krankheiten Erkrankungen der Gelenke, der Muskulatur, der Sehnen und Bänder; Wirbelsäulenerkrankungen; Arthrosen; Arthritis; Sportverletzungen, Bandscheibenvorfall, HWS-/BWS-/LWS-Syndrome etc.
Allergien Pollinosis (Heuschnupfen), allerg. Asthma bronchiale, allerg. Rhinitis, Neurodermitis etc.
akute und chronische Schmerzsyndrome: Schmerzen unterschiedlicher Ätiologie, Neuralgien, sympathisch-unterhaltener Schmerz, Morbus Sudeck (CRPS I), Trigeminusneuralgie, neuropathischer Schmerz etc.
neurologische Krankheiten Kopfschmerzen (Migräne etc.), Carpaltunnelsyndrom, Tarsaltunnelsyndrom, Z.n. Apoplex, Trigeminusneuralgie etc.
urologische Krankheitsbilder Reizblase, Blasenfunktionsstörungen, chronische Zystitis, chronische Prostatitis, Prostatahyperplasie etc.
gynäkologische Krankheiten Wechseljahrbeschwerden, Meno-/Metrorrhagien, Dysmenorrhoe, zyklusabhängige Kopfschmerzen, unspezifischer Fluor vaginalis, Schmerzen im kleinen Becken bei negativen Abklärungsresultaten, rezidivierende Adnexitis und Zystitis, etc.
HNO-ärztliche Krankheitsbilder chronische Pharyngitis, rezidivierende Sinusitis, Tinnitus, Schwindel, Morbus Meniere, Neuronitis vestibularis, chronische Tonsillitis etc.
internistische Krankheiten Durchblutungsstörungen, peripher-arterielle Verschlusskrankheit, diabetische Gangrän, Morbus Raynaud, Darmfunktionsstörungen, Colon irritabile, funktionelle Dyspepsie, Obstipation, paralytischer Ileus, chronische Diarrhoe, Refluxerkrankungen, rezidivierendes Ulcus ventriculi oder duodeni, Gastritis, akute und chronische Hepatitis, Gallenkolik, „Postcholezystektomie-Syndrom“, akute und chronische rezidivierende Pankreatitis, Nierenfunktionsstörungen Angina pectoris, paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie etc.
Autoimmunkrankheiten Störfeldtherapie bei Rheuma
psychovegetative Krankheitsbilder vegetative Labilität, depressive Stimmungslage, Konzentrationsschwäche

 
Die „Internationale medizinische Gesellschaft für Neuraltherapie nach Huneke e.V.“ (IGNH) wurde 1958 gegründet mit dem Ziel, die Neuraltherapie zu fördern und zu verbreiten.
Auf jeden Fall ist es wichtig, auf einen hohen Ausbildungsstand des behandelnden Arztes im Rahmen einer Fachgesellschaft zu achten. Dies wird durch die Diplome der Internationalen medizinischen Gesellachaft für Neuraltherapie nach Huneke Regulationstherapie e.V. gewährleistet.

Für weitere Informationen siehe:
www.ignh.de
neuraltherapie-wiki.de
www.neuraltherapie-blog.de